2012-10 In Badelatschen durch halb Europa

Tja, da lag ich mal wieder im Krankenhaus, diesmal in Fethiye an der türkischen Ägäisküste. Keine Ahnung wie ich hier her komme, keine Ahnung warum. War doch eben noch am Startplatz auf dem Babadag. Was genau passiert ist erfahre ich hoffentlich noch. Hab scheinbar nach dem Start vom Babadag Kontakt mit den Felsen gehabt. Dabei gabs Rückenschmerz, Beulen und tiefe Kratzer im Helm, ein paar Löcher und abgerissene Leinen am Schirm und ein gebrochenes Schlüsselbein.

Wie ich später rausbekomme, wurde sich bei der Erstversorgung in Ölüdeniz leider nicht so nett um mich gekümmert. Dort wollte man mich doch allen ernstes ins Hotel schicken und ich sollte am nächsten Tag wiederkommen, da der Chirurg nicht im Hause sei.

Erst auf Druck meiner Freunde wurde ich nach Fethiye ins Letoon Hospital verlegt und dort auch sofort am Schlüsselbein operiert. Die Pfleger und -rinnen im Letoon Hospital kümmerten sich sehr gut um mich (Letoon hat übrigens nix mit den Disney Toons zu tun sondern mit dem antiken Letoon hier in der Gegend). Auch der Arzt ist sehr mitteilsam und geduldig. Zum Glück ist eine Deutsche Ärztin dabei, so fällt mir das zuhören leichter 🙂

Ich erfahre von meinen Freunden, dass man mich zwischen den Felsen rausgeholt hat. Muss also nach dem Start was schief gegangen sein. Vermutlich kam der Wind von vorne und von hinten, da ich links neben dem Haus gestartet bin, hab ich nicht beide Windfahnen gesehen. Ganz klar Pilotenfehler. Ich hab bisher keine Erinnerungen an den Unfall.
Heute nach gefühlten vier Tagen Krankenhaus gehts endlich wieder heim. Ihr glaubt garnich, was ich mich auf meine Matratze freue. Geht doch nichts über eine gute Spezial Kaltschaummatratze 🙂 Nach zwei Tagen schlechtem Schlaf wegen Baulärm und nächtlichem Gewitter und Regen, muss ich nur noch 3std Flug von Istanbul nach Hause aushalten, dann schnell heim, duschen falls das meine Gesundheit zu lässt (weil ja Schlüsselbein gebrochen).

In Istanbul werde ich am Gate abgeholt und gleich in einen Rollstuhl gesetzt. Der Sanitäter rollt mich dann auch noch zum nächsten Gate und dort sitz ich dann ne knappe Stunde rum. Der Rückflug klappt gut. Nach Fliessbandmästung an Board mit recht gut gegrillter Hähnchenbrust im A320 leider ohne Steckdose fürs Handy, (was mich als Bahnfahrer sehr überrascht), sind wir bald daheim. Die 3 Std vergingen wie im Fluge 🙂 Leider war in Frankfurt der Handyakku leer, so konnte ich meinen Abholern nicht Bescheid geben, das ich mein Gepäck suche.

In Istanbul gehe ich dann selbst ins Flugzeug ohne Rollstuhl und so ist in FRA auch keiner am Gate, der mich abholen will, weil ich in Istanbul nichts gesagt habe. In FRA laufe ich wohl den falschen Schildern hinterher und lande im falschen Gebäude. Das ich in der falschen Halle bin, stele ich bald mit Hilfe eines Lufthansa Mitarbeiters fest.
Nach einem kurzen Ausflug in den Wartebereich am Ankunfts Terminal klärt sich alles. Ich lass mich gern kutschieren mit Jenny’s neuem Aigoo. Wir fahren noch mein Auto holen, dann gehts endlich heim. Erstaunlich praktisch der kleine Aigoo. Und niedlich 🙂

  • bis die ersten Bilder kommen, dauerts wohl doch noch länger –

Der Doc sagt mir am nä Tag  beim Blick aufs ct, es ist alles prima, die OP ist herrvorragend durchgeführt worden. Ich darf zwei Monate nichts schweres heben. Damit fällt im November der Spanienurlaub flach, zumindest, was das Gleitschirmfliegen betrifft. Sonst gehts mir mtlw wieder recht gut. Nur der Rücken schmerzt noch immer mal und der Unfall ist und bleibt weiterhin im Nebel. Vielleicht auch gut so. Wer weiss, was ich da erlebt habe.

Ich war danach in 2014 und 2015 nochmal in Ölüdeniz mit meinem neuen Schirm, einem Mescal4, da ich zum Mistral 6 kein Vertrauen mehr hatte und mich nicht wohlfühlte. Ich hatte dort wieder ein paar schöne Stunden in der Luft und am Boden. Seit aber der Herr Erdogan am Rad dreht, ist die Türkei erstmal kein Reiseziel mehr. Ich hoffe das wird sich in den nächsten Jahren wieder normalisieren, denn es ist ein sehr schönes Land mit vielen hilfsbereiten und netten Menschen und würde mich freuen, dort mal wieder Urlaub verbringen zu können, auch um den Menschen im Tourismus dort Ihr Auskommen zu sichern.

 

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