Privacy - Foto by https://www.pexels.com/

Privacy im Internet

Warum Privacy?
Man kann Privacy auch mit Intimsphäre übersetzen, was das Thema in meinen Augen besser trifft. Ein beliebter Spruch, den man immer wieder von Leuten hört, die sich noch nicht viele Gedanken darüber gemacht haben, lautet: Ich habe nichts zu verbergen.
Darauf kann ich nur sagen: Warum klebt Ihr dann Eure Briefe zu, schließt Eure Haustüren ab und hängt Gardinen vor die Fenster?

Weil es niemanden außer Euch etwas angeht, was in Eurer Privatsphäre passiert und welche Vorlieben oder Abneigungen Ihr habt? Ob Ihr mit einer Flasche Wein, Eurem Partner, Spielzeug oder einem Stofftier ins Bett geht, dies sind alles rein private Angelegenheiten, die niemanden zu interessieren haben, außer Euch und denen, den Ihr es bewusst anvertraut habt. Wie schnell sich die Datensammelwut in einem Maße ändern kann, das es lebensbedrohlich wird, zeigt ein interessantes heise Editorial von 2015: nichts zu verbergen. Das würde mit dem Stand heutiger (2019) Technik verheerend werden. Und wie schnell aus Demokratien Autokratien werden, hat man ja vor kurzem in der Türkei erlebt. Und China perfektioniert gerade die total Überwachung seiner Bürger.

Wer bewusster mit seiner Privatsphäre im Internet umgehen möchte, sollte in sozialen Medien nicht alles über sich erzählen, was gerade so im Kopf umgeht. Besser noch, sich bei Facebook & Co. abmelden und Alternativen wie Diaspora oder MeWe nutzen, hinter denen keine Milliardenkonzerne stehen, die nur von den privaten Daten Ihrer Nutzer leben. Und Whatsapp auf dem Smartphone ist damit ebenfalls tabu, da es mtlw zum Facebook Konzern gehört. Damit gibt es gute Gründe zu wechseln. Mit Threema und Signal stehen sehr gute Alternativen zur Auswahl. Bewegt Eure Freunde zum Wechsel, dann braucht Ihr auch kein Fakebook oder Whaatsaap mehr. MeWe bietet mtlw auch eine App zu Ihrer Webseite.

Welchen Browser sollte ich wählen?
Ich empfehle Firefox als Browser, u.a. weil dessen Quellcode offen liegt und er mittels AddOns so erweitert werden kann, das man nicht ganz so viele Spuren im Internet hinterläßt, bzw es den Webservern schwerer machen kann, einen zu verfolgen.
Chrome, Opera, IE bzw Edge, können auch erweitert werden mittels AddOns bzw Erweiterungen, aber der Quellcode dieser Browser liegt nicht offen, darum kann man nie sicher sein, das keine heimlichen Funktionen eingebaut sind.

.Ich hab hier mal ein paar Tipps aus meiner Surfpraxis und aus einigen heise+ Artikeln, u.a.: Firefox umfangreich absichern vom Mai 2019, zusammengefasst (Artikel ist im Moment leider nur für heise+ Abonenten einsehbar) , sowie Links rausgesucht zu den jeweiligen AddOns, die Firefox sicherer machen können.

Paranoide Nutzer (ich meine das garnicht abfällig) lächeln vielleicht über meine Tipps. Aber für diese Nutzergruppe ist diese Seite auch nicht gedacht. Sondern eher für Nutzer, der/die/das wieso/weshalb/warum, anfangen sich mit Privacy auseinander zu setzen. Und die es Datensammlern nicht zu einfach machen wollen. Ich empfehle, immer mal wieder bei heise security vorbei zu schauen. So bekommt man mit der Zeit ein bischen ein Gefühl dafür, welche Gefahren im Internet lauern können und wie man sich schützt. Nicht von den vielen Fachbegriffen abschrecken lassen. Die kann man alle googeln 🙂

Apropos Googeln. Als Suchmaschine sollte man nicht unbedingt Google benutzen. Das ist ein weiterer Datensammler, der von präsentierter Werbung lebt, vordergründig.
Alle Browser hinterlassen Spuren auf den besuchten Seiten, da viele der verwendeten Internetprotokolle, die für die normale Kommunikation notwendig sind, recht gesprächig sind. Klickt man zum Beispiel auf einer Webseite auf einen Link zu einer anderen Seite, so erfährt der Webserver der angeklickten Seite über den HTTP-Referer, von welcher Seite der User gerade kommt.
Neuere Protokolle wie TLS oder SSL sowie auch neue Verschlüsselungs Standards setzen sich auf Grund der Ereignisse der letzten Jahre zum Glück langsam durch und bringen da mehr Sicherheit.

Recognizing und BrowserTracking heißen die Geheimwaffen der findigen Datensammler heutzutage. Es hilft schon lange nicht mehr, nur die Cookies auszuschalten und schon wird man nicht wiedererkannt. Die Verfahren des Fingerprinting sind sehr viel ausgefeilter, als noch vor kurzem. Google, Amazon und Facebook bedienen sich ausgefeilter methoden, Ihr Kunden wiederzuerkennen und ihnen dann gezielte Werbung zu präsentieren.
Allerdings verstehe ich nicht, warum ich auf Google immer wieder Gummiboote angezeigt bekomme, wenn ich mal eines bestellt habe. Dann hab ich doch eines. Was soll ich mit einem weiteren ? Scheint also die KI auch noch nicht ganz ausgereift zu sein. Das gibt ein bischen Hoffnung 🙂

Aber bevor Ihr Euern Browser pimpt, kümmert Euch erstmal um Euer Betriebssystem. Nutzt Ihr schon eines der vielen Linuxe, seid Ihr wohl nicht so sehr gefährdet. Mit Windows siehts da schon anders aus. Es bringt nichts, wenn Ihr anonym surft und derweil telefoniert Euer Betriebssystem munter nach Redmond (Sitz von Microsoft). Darum als erstes ein Privacy Tool wie O&O-ShutUp oder WinPrivacy über den Rechner laufen lassen, wenn Ihr nicht gleich auf Linux umsteigen wollt.

Schnell und einfach könnt Ihr Euch auch ein Linux erstellen, daß vom USB Stick startet. So könnt Ihr erst mal ausprobieren, ob Linux etwas für Euch ist. Oder Ihr nutzt das Stick System immer dann, wenn Ihr was ganz privates im Internet machen wollt, wie Partnersuche, Shopping oder Onlinebanking.
Ich habe ganz gut Erfahrungen mit Ubuntu gemacht. Um sich von Google zu lösen und privater zu suchen, kann ich die Suchmaschinen startpage oder Duck Duck Go empfehlen um nur mal zwei zu nennen. Eine dieser Suchmaschinen sollte man sich auch gleich im Browser eintragen. Wie das geht, dazu gibts viele Anleitungen im Internet.

Weiterhin sollte man das annehmen von Cookies einschränken. Dazu unter Einstellungen / Datenschutz Benutzerdefiniert / Cookies Alle Cookies von Drittanbietern auswählen und das Cookies bei beenden des Browsers gelöscht werden. Unter Zugangsdaten sollte Master Password angeklickt werden, damit keine Webseite, durch evt unbekannte Lücken, Zugriff auf die in Firefox gespeicherten Passwörter bekommt. Ob Ihr im Firefox Passwörter speichert, solltet Ihr von Fall zu Fall entscheiden. Unkritische Passwörter für Seiten, die keine privaten Daten, wie Name Adresse usw speichern, können dort abgelegt werden. Passwörter für Euern Hauptsächlich genutzten Mail Account würde ich hier nicht ablegen. eMail ist noch ein ganz eigenes Thema, auf das ich in einem neuen Artikel noch eingehen werde. Ich empfehle da Thunderbird, auch aus dem Hause Mozilla. Und dort unbedingt Mails nur noch per TLS oder SSL abrufen. Wie das geht, findet Ihr auch auf zig Seiten im Internet erklärt.

Totale Anonymität zu erreichen ist nicht Ziel dieser Seite. Aber Ihr seht schon, das man ohne einen gewissen Aufwand nicht anonym im Netz surfen kann. Jedes Programm erzeugt Datenspuren und auch das Verhalten des Users wird mtlw zu Analysezwecken heran gezogen. Wohl nicht unbedingt von Datensammlern aus dem Werbeumfeld, wohl aber von Geheimdiensten und Strafermittlern. Ein Schritt zu mehr Anonymität, wäre der Tor Browser, ein freies OpenSource Projekt.  

Privacy durch das Darknet?
Viele denken bei Darknet sofort an Betrug, Drogen und Waffen. Das Darknet ist in bestimmten Ecken nichts anderes, als ein Abbild der Wirklichkeit. Dort gibt es auch Kriminalität, Waffen, Glücksspiel und Betrug. Aber das Tor Netzwerk bietet, wie auch das richtige Leben, sehr viel mehr. Es hilft zb Whistleblowern und Dissidenten, sich auszutauschen und Informationen weiter zu leiten. Das es auch für kriminelle Zwecke mißbraucht wird, zeigt nur, wie gut das verstecken mit Tor funktionieren kann.

Eine Einarbeitung in die Thematik des Tor Netzwerkes ist aber dringend empfohlen. Denn nur weil man den Tor Browser installiert hat, ist man noch lange nicht unsichtbar. Es gibt mittlerweile ausgefeilte Methoden, wie man Rechner im Tor Netzwerk aufspüren kann. Mit etwas Recherche im Internet findet man schnell auch die Gefahren die im DarkNet lauern. Um wirklich anonym unterwegs zu sein, braucht es auch Verschlüsselung am PC. Ausserdem viel Disziplin und ein gutes Verständnis, wie der Weg durchs Darknet funktioniert.

Privacy ist ein umfangreiches Thema, wie Ihr seht. Es freut mich aber, zu beobachten, das sich immer mehr Menschen damit befassen. Ich greife das Thema immer mal auf, wenn ich was interessantes finde und mal Zeit habe 🙂 Also schaut Bitte hier wieder vorbei.

Linkempfehlungen
Hier noch ein paar Linkempfehlungen zum Thema:
Tipps um Facebook sicherer nutzen
Privatsphäre im Internet schützen
mit LetsEncrypt die eigene Webseite schützen
– das Privacy Handbuch mit weiteren Tipps
   – Spam Info – und Hoax Info Seite mit vielen Infos zu Hoaxes, Trojaner, Betrug und Spam
– DuckDuckGo als Suchmaschine im Browser installieren

 und noch ein paar heise Artikel zum Thema
BSI zertifiziert GPG
email mit PGP einfach erklärt
Mail Verschlüsselung mobil und auf dem Rechner

Wer seine eigene Webseite auf HTTPS umstellen will, der kann mal hier vorbeischauen: https://entwickler.de/
https://allcodesarebeautiful.com/
https://www.bridgesolution.de/

Schreibe einen Kommentar