2012 Juli – der Mistral 6 ist da

Mitte Mai war ich auf dem jährlichen Testival in Kössen und bin dort den Swing Mistral 6 geflogen, von dem ich bisher recht unterschiedliche Kommentare gehört habe. Das „schlimmste“ war, das er stabil in der Spirale bleiben soll und auch schon einige Leute deswegen tödlich verunglückt sind. Anfang Juli gab der DHV nun eine Warnmeldung zum Mistral6 heraus.

Das ganze hat mich natürlich schon erschreckt und so begab ich mich auf die Suche nach Meldungen zum Thema. Der Absturz in Kandel und der Unfallbericht des DHV zu einem Absturz in Andelsbuch in 2011 sagen aus, das der/die Pilot(in) die Spirale nicht mehr ausgeleitet haben und mit hoher Sinkgeschwindigkeit bis zum tödlichen Aufprall am Boden spiralt sind. In Kössen gabs im Oktober einen Absturz:

30-Jähriger schlug ungebremst auf Wiese auf Innsbruck – Ein tödlicher Paragleiterunfall hat sich am Samstagnachmittag in Kössen im Tiroler Bezirk Kitzbühel ereignet. Dabei schlug ein 30-jähriger Salzburger aus einer Höhe von rund 200 Meter ungebremst auf eine Wiese auf. Nach Angaben der Polizei kam für den Mann jede Hilfe zu spät. Er verstarb trotz Reanimationsversuche der Rettung und des Notarztteams noch an der Unfallstelle. Das folgenschwere Unglück ereignete sich kurz vor 14.00 Uhr. Der Mann war vom Startplatz der Bärenhütte bei Hochkössen gestartet und Richtung Landeplatz beim sogenannten Unterberglift/Unterbacherfeld geflogen. Augenzeugenberichten zufolge begann der Paragleiter in circa 200 Meter Höhe Spiralen zu fliegen. Der 30-Jährige konnte das Fluggerät nicht mehr unter Kontrolle bringen und stürzte ab. (APA) –
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, bei dem der Pilot die Sicherheitsmindesthöhe wohl nicht eingehalten hatte. In einem DHV Heft von 2001 meinte Mike Küng, das wohl so ziemlich jeder Schirm ab 14ms sinken stabil in der Spirale bleibt. Auf den Acroseiten der Davos Flieger lese ich ähnliches: „Bei Sinkwerten von über 15 m/s verbleiben jedoch viele Schirme in einer stabilen Steilspirale, die aktiv ausgeleitet werden muss.“ Die Para-academy kommt auf ihrer Jahrestagung 2010 zu dem Schluss: „Die Steilspirale wird von den meisten Piloten als zu harmlos angesehen“ (und da fasse ich mir jetzt auch mal an die eigene Nase). Ausserdem wird festgestellt: „dass der Schirm auch auf unterschiedliche Gurtzeuge zum Teil vollständig unterschiedlich reagiert.“

Ein Sicherheitstraining mit dem Schirm ist also ein unbedingtes Muss. Noch viel mehr, wenn man wie ich von einem 7Jahre alten 1-2er umsteigt (Mistral 4). Als Vorbereitung auf das Training bekam ich den Tipp, das ein und ausleiten der Spiralen zu üben. Dabei lernt man den Punkt kennen, ab dem der Schirm in die Spirale gehen will und man lernt auch aktiv und bewusst auszuleiten. Gerade damit habe ich beim Mistral 4 immer wieder mal Probleme gehabt, die ich ganz klar auf mangelndes Training dieser Flugfigur zurückführen muss.

Ich plädiere ja auf den B-Stall als effektives Abstiegsmanöver. Gerade mit dem Mistral 4 erreichte ich teils bis zu 10ms sinken. Aufpassen muss man nur, das man die Bremsen nicht zu stark runter zieht, da der Schirm dann vorne zur Rosette neigt. Das war nicht dramatisch, man muss den Schirm dann langsam vorfüllen, bevor man die Bremsen ganz frei gibt. Es birgt aber die Gefahr des Verhängers. Mit der schmalen Beleinung beim Mistral 6 könnte das vielleicht eher mal passieren. Und die Flugschule Papillon (Wasserkuppe) bestätigt mich in ihrer Juli Rundmail in der Meinung, das der B-Stall: „gemäß Lehrmeinung der Papillonfluglehrer für alle Genuss- und Hobbypiloten im Notfall die sicherste und einfachste Abstiegshilfe.“

Bei Swing sagte man mir, das bald der 7er Mistral rauskommt, mit längeren Stäbchen und als Dreileiner. Der 6er hat nur eine mit Stäbchen verstärkte Eintrittskante und ist ein Vierleiner mit dünnen Leinen im oberen Segment. Die dünnen Leinen sind garnicht mein Fall, da sie schnell mal verknoten können, was mir auch gleich beim ersten Startcheck aufgefallen ist. Ich könnte durchaus mit normalen Leinen leben, der Gleit- und Geschwindigkeitszuwachs ist mir als
Genußflieger ziemlich egal.

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